Pädagogik

Naturpädagogik will den Kindern eine positive Lebenseinstellung vermitteln. Kinder erfahren die weitgehend verloren gegangene Beziehung zur Natur wieder.

Der Lebensraum Wald ist ansprechende, anregende Umgebung, die selbst erziehend wirkt. Kinder lernen ganzheitlich und schärfen ihre Wahrnehmung und alle ihre Sinne. Vor allem die Fantasie, die Sprache und das soziale Miteinander werden im täglichen Spiel gefördert. Aber auch das Bewegungsverhalten und ihr Empfinden werden unmittelbar gesteigert. Was nicht zuletzt von den ganzheitlichen Erfahrungen mit allen Sinnen und ohne große Reizüberflutung kommt. Sie erfahren aber auch die ökologischen Zusammenhänge und erleben intensiv die Jahreszeiten und das Wetter. Das hält geistig und körperlich fit, trägt zur Intelligenzentwicklung bei und stärkt das Selbstbewusstsein.
 
Der Wald selbst ist unser Medium, er dient uns als Lehrer dem wir uns jahreszeitlich anpassen müssen:
  • Wir experimentieren und bauen mit vorhandenen Materialien wie tote Hölzer, Baumstümpfe, Blätter, Gräser, Steine, Erde, Regenwasser, Eis und Schnee.
  • Kinder werden selbst tätig, probieren sich aus und lernen dabei ihre Möglichkeiten und Grenzen kennen. Ein Kind, das „Fehler“ macht ist auf einem wichtigen Weg zur Selbsterfahrung. 
  • Lebende Pflanzen, Blumen und Tiere schützen wir (schonender Umgang mit den Ressourcen).
  • Arbeiten mit Werkzeugen, basteln und malen finden in der wärmeren, trockenen Jahreszeit statt. An kalten nassen Tagen bewegen wir uns viel arbeiten mit Schaufel und Schubkarre oder knoten Seile.
  • Wir verlassen den Wald-Platz so, wie wir ihn vorfinden wollen und schützen Tiere vor herumliegendem Müll.
  • Der regelmäßige Aufenthalt in der Natur zeigt unmittelbare und mittelbare Auswirkungen: auf die Einstellungen der Kinder, auf ihre Wahrnehmung, auf die Kreativität, auf die Konfliktlösestrategien, auf ihre Bewertung, auf ihre tägliche Lebensgestaltung und auf ihre Erinnerung.
Waldpädagogik will praktisches, ganzheitliches Erleben und Lernen ohne Konkurrenzkampf ermöglichen. Sie will Verständnis für ökologische und gesellschaftliche Zusammenhänge in der Natur wecken und die Vielfalt des Lebensraumes Wald mit ihren Kreisläufen für alle Altersgruppen aufzeigen. Trotz Weite und Größe des Waldes soll Geborgenheit spürbar werden. Natürliche Waldgeräusche wirken beruhigend auf das seelische Gleichgewicht. Sie will als Gegengewicht zu unserer technisierten Welt wirken und individuelle Erfahrungen aus erster Hand ermöglichen.“
(aus Waldpädagogik Teil 1 von Eberhard Bolay und Berthold Reichle S. 25)